Eine professionelle Arbeitsplatzanalyse in der Produktion ist weit mehr als eine reine Beobachtung einzelner Arbeitsplätze. Sie ist ein strukturiertes Instrument, um Abläufe, Tätigkeiten, Zeiten, Schnittstellen und Verschwendung sichtbar zu machen. Gerade in produzierenden Unternehmen entscheidet die genaue Analyse eines Arbeitsplatzes oft darüber, ob vorhandene Ressourcen optimal genutzt werden oder ob wertvolle Kapazitäten unbemerkt verloren gehen.
In einem zweiwöchigen Projekt führte PROFUNDATA eine Arbeitsplatz-Analyse im Gießerei-Bereich eines Unternehmens mit mehr als 70 Mitarbeitenden durch

Wie PROFUNDATA Wertschöpfungspotenziale in der Gießerei sichtbar machte
Das Ziel war klar definiert: Es sollte das maximale Wertschöpfungspotenzial bei gleichbleibenden Ressourcen ermittelt werden. Es ging also nicht darum, mehr Personal, mehr Maschinen oder mehr Arbeitszeit einzusetzen, sondern darum, bestehende Potenziale im aktuellen System sichtbar und nutzbar zu machen.
Was bedeutet Arbeitsplatzanalyse in der Produktion?
Eine Arbeitsplatzanalyse beschreibt und bewertet einen Arbeitsplatz systematisch. Dabei werden nicht nur die sichtbaren Tätigkeiten betrachtet, sondern auch die Bedingungen, unter denen Arbeit stattfindet. Dazu gehören Arbeitsabläufe, Arbeitsmittel, Hilfsmittel, Wegezeiten, Wartezeiten, Schnittstellen, Belastungen und organisatorische Rahmenbedingungen.
In der Produktion ist diese Analyse besonders wertvoll, weil kleine Abweichungen im Ablauf große Auswirkungen auf Produktivität und Kosten haben können. Wenn Mitarbeitende auf Material warten, unnötige Wege zurücklegen, Informationen suchen oder Tätigkeiten mehrfach ausführen müssen, entsteht Verschwendung. Diese Verschwendung bleibt im Alltag oft unsichtbar, weil sie über Jahre Teil der gewohnten Abläufe geworden ist.
Eine Arbeitsplatzanalyse in der Produktion schafft hier Transparenz. Sie zeigt, welche Tätigkeiten tatsächlich Wertschöpfung erzeugen, welche Tätigkeiten unterstützend notwendig sind und welche Tätigkeiten keinen direkten Nutzen für das Produkt oder den Kunden bringen.
Ausgangssituation im Projekt
Im konkreten Projekt ging es um eine Potenzialanalyse im Gießerei-Bereich. Das Unternehmen hatte mehr als 70 Mitarbeitende und wollte wissen, wie viel Produktivität mit den bestehenden Ressourcen noch möglich ist. Die entscheidende Frage lautete: Wie viel Wertschöpfung steckt bereits im System, wird aber durch ungünstige Abläufe, Wartezeiten oder Verschwendung nicht vollständig genutzt?
Diese Fragestellung ist für viele Produktionsbetriebe relevant. Häufig wird bei steigender Nachfrage zuerst an zusätzliche Mitarbeitende, neue Maschinen oder längere Arbeitszeiten gedacht. Doch bevor mehr Ressourcen eingesetzt werden, sollte klar sein, wie effizient die bestehenden Ressourcen tatsächlich genutzt werden.
Genau hier setzte PROFUNDATA an. Die Arbeitsplatzanalyse sollte nicht nur den Ist-Zustand dokumentieren, sondern konkrete Potenziale aufzeigen und daraus einen Maßnahmenkatalog ableiten.
Die Herangehensweise von PROFUNDATA
Ein zentraler Bestandteil der Analyse war die Erhebung des Produktmixes. In der Produktion reicht es nicht aus, einzelne Tätigkeiten isoliert zu betrachten. Entscheidend ist, welche Produkte in welcher Häufigkeit gefertigt werden, welche Varianten besonders relevant sind und welche Produkte den größten Einfluss auf Kapazität, Durchlaufzeit und Ergebnis haben.
Auf Basis dieser Erhebung wurden die Top 10-Produkte genauer untersucht. Für diese Produkte führte PROFUNDATA Ablaufstudien durch. Dabei wurden die Arbeitsschritte systematisch beobachtet und dokumentiert. Ziel war es, ein realistisches Bild davon zu erhalten, wie die Arbeit tatsächlich abläuft und welche Zeiten für einzelne Prozessschritte benötigt werden.

Im nächsten Schritt wurden die ermittelten Sollzeiten mit den gemeldeten Ist-Zeiten verglichen. Dieser Vergleich ist besonders wichtig, weil er Abweichungen sichtbar macht. Wenn gemeldete Zeiten stark von den beobachteten Zeiten abweichen, entstehen wichtige Fragen:
- Liegt es an ungeplanten Unterbrechungen?
- An fehlendem Material? An unklaren Abläufen? An Wartezeiten?
- Oder an Tätigkeiten, die im System nicht richtig erfasst werden?
Wertschöpfung, Unterstützung und Verschwendung sichtbar machen
Ein starker Teil der Arbeitsplatzanalyse war die klare Darstellung der Zeitanteile. PROFUNDATA unterschied zwischen Wertschöpfungszeiten, Unterstützungszeiten und Verschwendungszeiten.
Wertschöpfungszeiten sind jene Tätigkeiten, die direkt zur Entstehung des Produktes beitragen und aus Kundensicht einen Nutzen schaffen. In der Produktion sind das beispielsweise bearbeitende, formende, montierende oder qualitätsrelevante Tätigkeiten, die das Produkt tatsächlich weiterbringen.
Unterstützungszeiten sind Tätigkeiten, die notwendig sind, aber nicht direkt wertschöpfend wirken. Dazu können Rüsten, Bereitstellen, Prüfen, Dokumentieren oder interne Abstimmungen gehören. Diese Tätigkeiten lassen sich nicht immer vermeiden, aber häufig reduzieren, vereinfachen oder besser organisieren.
Verschwendungszeiten hingegen sind Zeiten, die weder direkt noch indirekt Nutzen erzeugen. Dazu gehören unnötige Wege, Suchen, Warten, Nacharbeit, Doppelarbeit, unklare Zuständigkeiten oder schlecht abgestimmte Abläufe. Genau hier liegt oft ein erheblicher Hebel für Produktivitätssteigerung.
Durch diese klare Aufteilung wurde sichtbar, wo die Produktion bereits gut funktioniert und wo Potenziale verborgen liegen.

Das Ergebnis: 25 % mehr Produktivität möglich
Das Ergebnis der Arbeitsplatzanalyse war deutlich: Bei konsequenter Umsetzung der Maßnahmen ist eine Produktivitätssteigerung von 25 % möglich. Zusätzlich wurde eine potenzielle Erhöhung der Wertschöpfung um rund 600.000 € jährlich sichtbar.
Diese Zahlen zeigen, welchen wirtschaftlichen Einfluss eine professionelle Arbeitsplatzanalyse in der Produktion haben kann. Besonders stark ist dabei der Ansatz, dass diese Potenziale bei gleichbleibenden Ressourcen identifiziert wurden. Es ging also nicht darum, mehr einzusetzen, sondern das Bestehende besser zu nutzen.
Für produzierende Unternehmen ist genau das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Wer seine Produktivität steigern kann, ohne sofort zusätzliche Ressourcen aufzubauen, verbessert seine Wirtschaftlichkeit, Lieferfähigkeit und Zukunftsfähigkeit.
Fazit: Arbeitsplatzanalyse als Hebel für mehr Wertschöpfung
Das zweiwöchige Projekt von PROFUNDATA zeigt, wie stark eine gezielte Arbeitsplatzanalyse in der Produktion wirken kann. Durch die Erhebung des Produktmixes, Ablaufstudien zu den Top 10-Produkten, den Vergleich von Soll- und Ist-Zeiten sowie die klare Trennung von Wertschöpfungs-, Unterstützungs- und Verschwendungszeiten wurden konkrete Potenziale sichtbar.
Das Ergebnis war nicht nur eine Analyse des Ist-Zustands, sondern eine klare Grundlage für Verbesserung. Bei konsequenter Umsetzung kann das Unternehmen die Produktivität um 25 % steigern und die Wertschöpfung um rund 600.000 € pro Jahr erhöhen.
Eine Arbeitsplatzanalyse Produktion ist deshalb besonders sinnvoll für Unternehmen, die ihre vorhandenen Ressourcen besser nutzen, Verschwendung reduzieren und echte Wertschöpfung sichtbar machen wollen. Sie zeigt nicht nur, wo Zeit verloren geht, sondern auch, wo Wachstum bereits im bestehenden System verborgen ist.








